Glossar

Anlassen

Anlassen

Unter Anlassen versteht man ein Erwärmen nach vorausgegangenem Härten auf eine Temperatur zwischen Raumtemperatur und unterem Umwandlungspunkt sowie das Halten bei dieser Temperatur mit nachfolgendem Abkühlen. Wenn wir z. B. eine Härtetemperatur von 1080 °C und als Härtemittel Öl gewählt hätten, ergäbe sich direkt nach dem Abschrecken bei Raumtemperatur eine Härte von ca. 64 HRC (Härte Rockwell). Dabei entsteht jedoch die nicht gewünschte Form des "tetragonalen Martensit". Letztendlich möchten wir aber die weniger riss- und bruchanfällige Form des kubischen Martensit erhalten.

Um dies zu erreichen, müssen wir den Stahl "Anlassen". Die Umwandlung von tetragonalem Martensit in kubischen Martensit geschieht so ungefähr bei einer Temperatur von ca. 200 °C. Wir müssen unseren Stahl also wieder erwärmen und eine Zeit lang bei der gewählten Temperatur halten. Möchten wir z. B. eine Härte von ca. 59 HRC nach dem Anlassen erhalten, müssen wir den Stahl wieder auf eine Temperatur von ca. 230 °C bringen und dort ca. 1 Stunde halten.

Eine Wärmebehandlung, die im Allgemeinen nach einem Härten oder einer anderen Wärmebehandlung durchgeführt wird, um gewünschte Werte für bestimmte Eigenschaften zu erreichen. Sie besteht aus ein- oder mehrmaligem Erwärmen auf vorgegebene Temperatur, Halten auf dieser Temperatur und anschließendem zweckentsprechendem Abkühlen. Das Anlassen führt im allgemeinen zu einer Verringerung der Härte, in bestimmten Fällen jedoch zu einer Härtesteigerung.

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